Mailbericht Kretareise


Hier finden sich kurze Reiseberichte, die schon während der Reise hier veröffentlicht werden.

Der neueste Bericht befindet sich ganz unten.


Abflug in Frankfurt 3 Sep 2006
Hallo,

noch im Flughafen Ffm kann ich kostenlos (!) mailen - SAMSUNG sei Dank.
Die Bahnanreise (S-Bahn nach Schifferstadt, Regional-Express nach Mainz, S-Bahn nach Ffm) hat reibungslos geklappt.
Sogar für das beladene Fahrrad fand sich genügend Platz.
Das gesamte Gepäck ist in einem großen Rucksack und der alten Satteltasche verstaut.
In Heraklion werde ich das Gepäck auch auf das Vorderrad verteilen. Zwei zusammenlegbare Seitentaschen für den Low-Rider-Gepäckträger vorne habe ich mit eingepackt.
Trotz des vielen Gepäcks (genau 30 kg) und Fahrrad hat der CheckIn geklappt. Das Fahrrad musste nicht verpackt werden. Pedale nach innen und Lenker quer stellen genügt.
Nun habe ich noch zwei Stunden Zeit bis zum Boarding um 15:20 Uhr.
Im Obergeschoss des Flughafengebäudes befinden sich fast 100 Reisebüroschalter mit Last-Minute-Angeboten für September: Kreta mit 14 Tage Hotel ab 429 Euro, Flug nach Melbourne und zurück ab 829 Euro. Meine gewünschten Termine im November und Februar sind natürlich teurer.

So, nun hoffe ich, dass alles weiterhin so reibungslos klappt und ich heute Abend mein Gepäck vollzählig in Kreta wiederfinde.

Grüße vom Start der ersten Radreise

Joachim

Agios Nicolaos 7 Sep 2006
Hallo liebe Reiseliebhaber,

mein erster Bericht von Kreta kommt aus Agios Nicolaos in der wunderschönen Mirabello-Bucht.
So problemlos wie das Einchecken in Ffm hat die Übernahme des Reisegepäcks in Heraklio geklappt. Mein Rucksack und die Satteltaschen kamen vom Förderband. Das Fahrrad musste ich außerhalb des Flughafens am Lieferanteneingang abholen.
Bis das Fahrrad wieder montiert und das Gepäck verladen war, wurde es stockdunkel. Die Straße bis ins Zentrum ist zwar nur 4 km lang - aber ist stark befahren und geht ständig rauf und runter.
Das erste Hotel "LIFE" bietet ein Zimmer für 35 Euro - eigentlich etwas zu teuer...
Den ersten Tag verbringe ich mit der Besichtigung der Stadt Heraklio und einem Ausflug zur Ruinenstadt KNOSSOS. Dort ist ein Teil der Ruinen aus der Zeit von 1600 vor (!) Christus wieder aufgebaut, sodass ich einen Eindruck von der grandiosen Architektur dieser frühen Königsstadt habe. Am nächsten Tag gehts dann richtig los, hoch auf die Lassithi-Ebene.
Mein Fahrrad ist - wie immer - heftig überladen. Wahrscheinlich bringen Rad und Gepäck 50 kg auf die Waage.
Zuerst folge ich der Küstenstraße bis Gournia, dann zweigt eine schmale Bergstraße rechts ab. Die erste Passhöhe (etwa 400 m) muss ich fast ganz wieder hinunter ins Nachbartal. Dort liegt die eigentliche Hauptstraße in die Hochebene.
In mehreren Etappen schiebe ich das Rad auf 900 m hoch. Dort verlasssen mich fast die Kräfte: 1200 Höhenmeter ohne vorheriges Training. Auf der Terrasse der um diese Zeit leerstehenden Taverne schöpfe ich neue Kraft bei einem kurzen Picknick. In dieser Zeit beleuchtet die untergehende Sonne das gegenüberliegende Dikti-Gebirge bis dahinter der Mond aufgeht - eine beeindruckende Kulisse.
Dank des "Lonely Planet"-Führers finde ich im ersten Ort (Tzermiado) noch ein Hotelzimmer bei einer freundlichen Wirtin - für 25 Euro.
Der dritte Tag beginnt mit einer kurzen Rundfahrt durch die Lassithi-Ebene. Die früher berühmten Windräder sind nicht mehr in Betrieb und rosten vor sich hin. Ziel ist die dikteische Höhle, in der der Sage nach Zeus geboren worden sein soll. Die nach oben offene Höhle besitzt im unteren Teil eine beeindruckende Vielfalt von versteinerten Wasserfällen. Trotz erheblicher Trockenheit in der Ebene steht am Grunde Wasser in einem kleinen See.
Von hier möchte ich heute noch nach Agios Nicolaos - wieder auf Meereshöhe. Vor der Abfahrt kommt aber zuerst ein Anstieg auf 1200 m, in eine steppenähnliche Berglandschaft. Bei heftigem Wind gehts nun bergab. Das fordert die Bremsen heftig heraus - leider aber auch die Speichen des Hinterrades. Zwei geben ihren Geist auf bis zum Zielort.
Unterwegs sind die Ausblicke auf die Mirabello-Bucht aus verschiedenen Höhen immer wieder beeindruckend. Das Ziel ist eine wunderschön gelegene quirlige Urlaubsstadt an einem natürlichen Hafen, an den sich ein unterirdisch gespeister Süßwassersee anschließt. Rings um diesen See gruppieren sich die attraktivsten Restaurants des Ortes.
Ich komme günstig im Hotel Pergola unter (20 Euro) - wieder eine Empfehlung des "Lonely Planet". Heute morgen suche ich zuerst die zwei Fahrradläden der Stadt auf. Sie verdienen ihr Geld aber hauptsächlich mit Verkauf und Reparatur der kretischen Motorräder. Fahrräder gibt es nur als Mountain-Bikes. Daher habe ich keine Hoffnung, die beiden Speichern zu ersetzen... Noch dreht sich das Hinterrad.
Mein Tagesausflug führt nach Kritsa und zur dorischen Ruinenstadt Lato. Unterwegs besuche ich noch eine Kapelle mit den ältesten Fresken der Insel.
Bis heute Abend hat das Rad noch durchgehalten. Ich hoffe, dass es morgen - mit Gepäck - auch noch weitergeht.

Viele Grüße

Joachim

Kretas Osten 13 Sep 2006
Hallo,

seit meiner letzten Mail bin ich nun doch mit dem Fahrrad weiter in Richtung Osten gekommen.
Ich nutze nach kurzen Abschnitten mit vollem Gepäck den neuen Standort für Ausflüge und Besichtigungen mit kleinem Gepäck.
Von Agios Nicolaos aus bin ich mit großem Gepäck bis Gournia nur etwa 20 km gefahren. Der Ort existiert eigentlich nur als bedeutende minoische Ruinenstadt und - als wunderschön gelegener Campingplatz. Eine englische Familie hat dort eine traumhafte Urlaubsumgebung geschaffen, vor allem für Zeltcamper: mit Tisch und zwei Stühlen für jeden Stellplatz, Küchenraum (incl. Kühlschrank), eigenem Pool mit Sonnenliegen und einer Taverna.
Zum ersten Mal kommt mein neues, größeres Zelt zum Einsatz. Dort kann ich Gepäck und Schlafplatz jetzt großzügig unterbringen.
Noch am gleichen Tag besuche ich die Minoerstadt.
Am naechsten Tag radle ich auf die Südseite Kretas. Hier ist die Insel nur 15 km breit. In Ierapetra finde ich einen Radhändler, der auch 28er Räder verkauft - nur leider hat er schon geschlossen (Samstag !).
Von dieser Hoffnung beflügelt beschließe ich weiterzufahren, wie geplant.
Den Sonntag verbringe ich noch auf dem Campingplatz, besuche am Nachmittag eine Bergkloster, dessen Kirche in eine Tropfsteinhöhle eingebaut ist.

Am Montag starte ich über die anstrengende Bergstrecke nach Sitia. Zwar sind es kaum mehr als 50 km, aber die Steigungen und Berg- und Talfahrten zwischen den zum Meer offenen Tälern sind enorm. Die Aussicht von den jeweils auf dem Bergrücken liegende Dörfern ist jedesmal atemberaubend.
Ziemlich geschafft komme ich in Sitia, der östlichsten Stadt Kretas an. Im Hotel Arhontiko finde ich ein großzügiges Zimmer mit eigener Küche. Davon träumt der Selbstversorger.
Das Rad ächzt zwar bei jeder Umdrehung, gibt aber nicht auf. Bergauf muss ich halt viel schieben.
Gestern war bei heftigem Nordwestwind eine Ausflugstour nach Vai geplant zu einem der bekanntesten Strände Kretas. Dort hat sich eine einzigartige Palmenvegetation entlang eines Bachlaufs erhalten und erstreckt sich bis auf den Sandstrand. Der Rückweg gegen den Wind erinnert fast an patagonische Verhältnise...
Heute - einmal anders - gings mit dem Bus nach Zakros zu einer Fußwanderung durch eine der bekannten Felsschluchten, die die Flüsse aus dem Kalkgebirge ausgefräst haben. Auf der Talsohle (nur bei ausgetrocknetem Fluss) läuft man zwischen rot und gelb leuchtenden Felswänden zum Meer hinunter. Unten holt mich der Bus wieder ab und bringt mich auf abenteuerlich kurvenreicher Fahrt mit perfekter Sicht auf die Gebirgszüge wieder nach Sitia.

Noch einige allgemeine Anmerkungen zum Radfahren in Kreta:
Es gibt keine kretischen Radfahrer außerorts. Die wenigen Touristen mieten meist Mountain-Bikes und fahren damit abseits der offiziellen Straßen. Einen Reiseradler habe ich - anders als in Sizilien - hier noch nicht getroffen.
Dennoch gehen die Autos sehr rücksichtsvoll mit dem ungewohnten Verkehrsteilnehmer um, bremsen bei Gegenverkehr und überholen mit großem Abstand. Die meisten Autos hier sind ja auch Leihwagen von Touristen, die Ausflüge unternehmen. Nur bei Bussen und LKWs muss ich von der Fahrbahn. Die wollen weiter und hupen einfach.

Morgen gehts nun weiter entlang der Südkueste mit weniger Zwischenaufenthalt. In vier Tagen will ich im Youth Hostel in Plakias sein, um dort meine Briefwahlunterlagen für die Bürgermeisterwahl ausfüllen zu können.

Viele Grüße aus Sitia

Joachim

Entlang der Südküste 17 Sep 06
Hallo,

aus der JH in Plakias, der südlichsten JH in Europa grüße ich alle zu Hause Gebliebenen.
Über Ierapetra - Viannos - Agia Galini - Plakias bin ich immer bergauf und bergab geradelt.
In Ierapetra hat mir tatsächlich ein Fahrradhändler ein neues Hinterrad besorgt. Beim alten waren nicht nur drei Speichen sondern auch die Felge und die Achse (!) gebrochen.
Die Steigungen überraschen mich immer wieder. Meist geht es auf über 600 m hoch und danach entsprechend steil wieder hinunter - und das meist in der vollen Sommerhitze.
Dennoch ist die Aussicht von oben immer außergewöhnlich schön. Die Anstrengung lohnt und soll ja auch für die Tour in Australien trainieren.
Die Unterkunft beim Campingplatz bei Ierapetra, einer kleinen Taverne in Viannos , wieder einem Campingplatz in Agia Galini waren jedesmal gut beschrieben im "Lonely Planet".
Heute bin ich nun für 8 Euro in der JH in Plakias untergekommen. Hier scheint alles erlaubt, bei selbstverantworteter Rücksicht aufeinander. Die Türen stehen Tag und Nacht offen, Geschlechtertrennung gibts nicht...

Grüße von hier

Joachim

Die Nordküste 26 Sep 2006
Hallo,

seit meinem letzten Bericht aus der JH in Plakias ist einiges passiert.

Von Plakias aus unternehme ich einen Tagesausflug zum wunderschön über dem Meer gelegenen Kloster Prevelli. Wie immr ist die Kirche des Klosters geschmückt mit alten Ikonen. Darüberhinaus wird als Reliquie ein Splitter vom Kreuz Jesu verehrt. Für eine griechische Pilgergruppe holt der junge Mönch das Objekt aus der Glasvitrine und singt eine kleine Andacht...

Benachbart ist ein interessanter Palmenstrand am Ausgang eines Süwassertales. Wahlweise kann man dort im (gestauten) Fluss oder im Meer baden.

Die nächste Etappe der Südküste führt nach Sfakia. Dort hört die Küstenstraße auf. Weiter geht es nur noch mit dem Schiff.
Ich nutze die Zeit bis zur Abfahrt der Fähre am nächsten Tag zu einer Wanderung durch die Imbros-Schlucht. Morgens um 6:00 Uhr bringt mich der Bus hoch an den Taleingang. Dann bin ich völlig allein in der dicht mit Oleander begrünten Schlucht.

Das Boot bringt mich und das Fahrrad nach Paleochora. Von dort unternehme ich eine Küstenwanderung entlang des Küstenwanderweges E4 über das antike Lissos bis in den Nachbarort Souria. Der Anstieg im Südhang bei Mittagshitze kostet viel Schweiß...
Der nächste Tag ist der Samaria-Schlucht gewidmet. Wieder um 6:15 Uhr bringt der Bus die große Wandergrupe von Paleochora nach Omalos an den Schluchteingang. Täglich fahren dort mehrere Reisebusse mit ihren Tagestouristen hoch. Wunderbar ist der Blick auf die noch im Morgennebel liegende Hochebene.
Der Abstieg in die Schlucht beginnt mit einer Eintrittskarte (5 Euro). Dafür ist der Weg aber immer gut ausgebaut. Wegen der vielen Wanderer sind die Trittsteine oft so abgewetzt, dass man darauf ausrutschen kann. Ansonsten erinnert die Tour an einen Hauptwanderweg im Voralpengebiet. Alle 2 km gibt es eine Raststelle mit Wasser, alle 5 km eine Toilette. Man tut was für die vielen Schluchtwanderer...
Nach 16 km bin ich wieder am Meer angelangt. Die Fähre bringt mich wieder zurück nach Paleochora.

Der Weg zur Nordküste zurück bedeutet, das Zentralgebirge wieder zu überqueren. Bis auf 800 m steigt die Straße. Ganz oben ist sie teilweise zur Hälfte mit Geröll verschüttet. Von hier beginnt wieder ein gigantischer Abstieg nach Kastelli. Ich komme am benachbarten Camping-Platz unter und bade nun wieder im aegäischen Meer.

Auf der nächsten Etappe nach Hania (Chania) erwischt mich am Vormittag der erste Regenschauer meiner Fahrt. Danach sind die Straßen so rutschig wie Glatteis (durch abgefahrenen Asphalt und eine nun schmierige Staubschicht), dass ich nur im Schritttempo abwärts fahre.
In Chania bin ich so früh, dass ich am Nachmittag noch die Besichtigung dieser schönen Sadt anschliessen kann. Sie ist geprägt vom venezianischen Stil. Rund um den Hafen sind mehrere Dutzend Restaurants zu finden, die Gassen sind fast so verwinkelt wie in Venedig - auch fast alle Fußgängerzone.

Der nächste Tag bringt nochmal eine unerwartete Bergtour hoch nach Vamos, weil ich die stark befahrene Küstenstrasse meide. In Georgopolis finde ich den Abzweig zum Kourna-See. Direkt am Ufer finde ich über einer Taverne in preiswertes Zimmer. Den Abend genieße ich am Ufer dieses Sees, der eine Mischung aus südlichem Gepräge und Voralpen-See darstellt. Es ist der einzige Süßwassersee in Kreta und hat dementsprechend am entgegengesetzten Ufer eine große Pumpstation zum Bewässern der Felder.

Heute führt mein Weg nochmals durchs Hinterland über Kournas nach Rethimnon. Hier habe ich wieder ein Bett in der Jugendherberge gefunden. Sie liegt mitten in der Altstadt, sodass ich noch einen abendlichen Bummel anschließen werde. Auch diese Stadt ist von den Venezianern geplant worden, nachdem die Türken sie beim Abzug zerstört hatten. Verwinkelte Gassen, ein sehr kleiner Hafen, viel Geschäfte... Interessant sind Häuser mit türkischen Balkonen, die - wie in Malta - als geschlossener Vorbau an die Obergeschosse angehängt wurden. Drei ehemalige Moscheen gibt es noch - aber alle außer Betrieb.

Viele Grüße aus dem - immer noch - sonnigen und heißen Kreta.

Joachim

Die Rückreise 03 Okt 2006
Hallo,

wieder zurück in der Heimat möchte ich noch den Bericht über die letzten Tage anfügen.

Aus der JH in Rethimnon fliehe ich am nächsten Tag. Im Schlafsaal sind 16 Leute untergebracht, kaum ein schmaler Gang bleibt frei. Neben mir liegt ein Mann, der nicht einmal seine Straßenschuhe auszieht beim Schlafen. Nachts plagen mich Moskitos, morgens läuft eine Küchenschabe über die Wand...

Dank eines Hinweises im "Lonely Planet" schließe ich noch einen Ausflug in die höchste Region Kretas an. Anogia ist mein Tagesziel auf 800 m Höhe. Hier ist Kreta noch am urtümlichsten. Abends sitzen die Männer in schwarzer Kleidung im Kafenion, zum Teil mit schwarzen Kopftüchern. Es sieht aus, als wäre der Widerstandskampf gegen die Besatzung Kretas gerade eben erst beendet....

Von Anogia führt die Straße nochmals 600 m höher in die Nida-Hochebene. Die Landschaft gleicht einem großen Mondkrater: Im Kessel zwischen kargen Kalksteinbergen mit Dornen-Macchia liegt eine fruchtbare Ebene, in der Olivenbäume wachsen und Schafe weiden.
Von der Taverna am Rand der Ebene führt ein Weg zum höchsten Berg Kretas, den Psiloritis (2400m). Die Zeit reicht jedoch nicht mehr für den Aufstieg. Ich wandere am Hang oberhalb der Ebene durch die Dornen....

Der Rückweg bringt ein plötzlich aufgetürmtes Gewitter. Ein kurzer Schauer lässt Hagelkörner ins Regen-Cape fallen. Der Sommer neigt sich auch hier dem Ende entgegen. Da nach kurzer Zeit auch die Sonne wieder scheint, spannt sich ein flacher Regenbogen über die Berge...

Der große Abstieg nach Heraklion verläuft problemlos dank neuer Bremsgummis am Vorderrad. Nach dem Austritt aus einem engen Schluchttal öffnet sich der Blick über die Ebene mit Kretas Hauptstadt. Im jugendherbergsähnlichen "Rent Room Hellas" finde ich ein Bett im Sechser-Schlafsaal für 10 Euro.
Zwei Altersgenossen sind interessante Gesprächspartner, ein Frührentner aus Nürnberg, der seine Kretaerinnerungen von vor 20 Jahren auffrischen will, ein weltreisender "Social Planner" aus Tasmanien, der auf dem Weg von Westaferika nach Mittelamerika kurz durch Europa tourt.

In Heraklion besuche ich zum Abschluss nun das archäologische Museum, das die weltgrößte Sammlung minoischer Objekte beherbergt. Angesichts der immer noch nicht entzifferten Schrift der Minoer und eines gerade erst frisch erworbenen großen Goldrings gleicht manche Geschichte um die Ausgrabungen einem archäologischen Krimi.

Die Rückreise verläuft etwas chaotisch. Ich bin früh am Flughafen, um zu erfahren, dass mein Flug mit HAPAG-Fly auf 12:30 Uhr verschoben wurde. Wegen des ungeordneten Gedränges an den Check-In-Schaltern komme ich erst spät zur Abgabe des Fahrrads. Das muss erst noch wieder zum Lieferanteneingang gebracht werden. Von dort begebe ich mich zum Gate 6, wo ich mit dem letzten Aufruf zum Flug nach Frankfurt in den Runway-Bus steige.

Tatsächlich sind mein Rucksack und meine Packtasche dann in Frankfurt die ersten, die am Gepäcklaufband erscheinen. Kurz danach kommt auch das Fahrrad. Es ist schnell wieder montiert. Ich bekomme auch gleich die günstigste Fahrkarte über Ffm-Niederrad. Beim Umsteigen muss ich jedoch eine Stunde warten, weil sonntags der Zug nach Mannheim nur bis Gernsheim fährt. Der dann folgende Zug hat 5 Minuten Verspätung, so dass mein S-Bahn-Anschluss in Mannheim gerade ausfährt, als ich dort einfahre, also nochmals 30 Minuten warten.

In Böhl begrüßt mich schwarz bewölkter Himmel. Der Herbst bricht jetzt an.

Grüße aus Böhl-Iggelheim

Joachim

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E-Mail: Joachim Heidinger