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4. Tag: Bad Kissingen - Würzburg (ca. 60 km)
So, 24.05.2009


In der Nacht schlafe ich schlecht - eine Halsentzündung erschwert das Atmen. Gegen 8:00 Uhr bin ich beim Frühstück. Es ist reichlich gedeckt - mit Frühstücksei, Obstsalat usw. Ein Vater mit seinem siebenjährigen Sohn sitzt mit mir am DJH-Tisch. Er besucht die Mutter, die in Bad Kissingen zur Kur geht. Alle anderen Gäste sind Schulklassen...

Gegen 9:00 Uhr starte ich bei strahlendem Sonnenschein. Zuerst geht es steil wieder hinuntere ins Saale-Tal, dann auf die B 286 nach Würzburg. Die Straße ist sonntäglich ruhig - vor allem gibt es keine LKWs. Mehrere steile Anstiege wechseln mit kurzen Abfahrten. Ich muss die Wasserscheide zwischen Saale und Main überwinden.
Schließlich mündet die B 286 in die B 19 ein - eigentlich eine Fernverbindung zwischen Würzburg und Thüringen. Da aber parallel die nagelneue A 71 verläuft, trägt sie kaum Verkehr. Es ist ein paradiesisches Radeln auf einer gut ausgebauten Bundesstraße ohne Verkehr. Die Straße verläuft wenn möglich immer auf dem Landrücken. Dadurch werden unnötige Steigungen beim Durchqueren von Tälern vermieden. Die meisten Ortschaften werden großzügig umrundet. So komme ich schnell voran.

Schon um 11:00 Uhr bin ich in Werneck. Ich entschließe mich wegen des imposanten Barockschlosses, in den Ort hinein zu fahren. Gerade jetzt läutet die Schlosskirche zum Gottesdienst. Ein kath. Priester und ein prot. Pfarrer halten einen ökumenischen Gedenkgottesdienst für eine "Schulgemeinschaft" älterer Offiziere. Die Predigt über Paul Gerhardt's Text zu ... ist erhellend zur Bewältigung von Krisen im christlichen Glauben. Gerhardt schrieb den Text nur 5 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg.

So gestärkt mache ich mich wieder auf die Piste, folge weiter der B 19. Allmählich wird die leicht hügelige Landschaft langweilig.

Kurz vor Estenfeld wird die B 19 zur Kraftfahrstraße. Die Radfahrer zweigen auf die ehemalige B 19 durch den Ort ab. Allerdings werde ich im Ort abgeleitet auf den "Radweg nach Würzburg". Dieser verläuft in so abenteuerlichen Winkelzügen, dass ich mehrmals nachfragen muss, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Schließlich erreiche ich um kurz vor 14:00 Uhr den Hauptbahnhof.

Um 14:34 fährt ein günstiger Zug nach Osterburken. Dort bekomme ich die Anschluss-S-Bahn nach Böhl-Iggelheim - eine dreistündige Reise für 8.30 Euro - dem VRN sei Dank.


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