[Übersicht] [nachfolgender Tag]


1. Tag: Böhl-Iggelheim - Heraklion (Flug)
So, 03.09.2006


Erst heute Morgen komme ich zum Packen. Die gesamte Ausstattung wird flugzeugfreundlich in zwei Gepäckstücke gepresst: in einen Trecking-Rucksack und in die alte Satteltasche. Zelt und Schlafsack hängen abenteuerlich unter dem Rucksack.  In den Satteltaschen verschwinden die Reparaturwerkstatt, die Küche und die Schuhe. Zusammen erreicht das Gepäckgewicht das zulässige Limit von 30 kg. Im kleinen Tagesrucksack verschwindet die Fahrradlenkertasche mit Foto, Filmen, Reiseführer und Karten.

Schwer beladen starte ich kurz nach 10:00 Uhr zum Bahnhof Böhl. Die gesamte Last trägt jetzt das Hinterrad meines Fahrrads. Daher haißt es, langsam und vorsichtig fahren. Pünktlich um 10:40 Uhr startet die Bahnfahrt mit der S-Bahn nach Schifferstadt, dem Regional-Express nach Mainz und wieder der S-Bahn nach Frankfurt-Flughafen.

Dort frage ich mich zum ChekIn von HapagFly durch - es ist der Bereich mit der längsten Warteschlange: Vor meinem Flug starten noch zwei ausgebuchte Ferienflieger. Ich demontiere schon mal die Pedale des Fahrrads und drehe den Lenker in Fahrtrichtung, dann reihe ich mich ein. Ich habe ja noch mehr als 3 Stunden Zeit bis zum Abflug.

Nach der Gepäckaufgabe wird ein eigener Luggage-Zettel für das vorangemeldete Fahrrad ausgefüllt, am Nebenschalter bezahlt (20 Euro einfach). Dann wird das Rad zum Röntgen zu einem Spezialgerät für große Gepäckstücke gebracht. Lenker und Sattel müssen noch weiter verkürzt werden. Dan passt das Rad flach liegend aufs Förderband. Eine Verpackung wird nicht verlangt. Das Fahrrad geht mit auf dem Flug nach Heraklion.

Auf dem Rundgang durch den Flughafen finde ich eine Werbeecke von Samsung. Hier kann ich kostenlos mailen.  Dann beginnt die Prozedur der Personenkontrolle: Brustbeutel, Hüftbeutel, Gürtelschnalle, der Flaschenöffner im Rucksack werde einzeln inspiziert.

Nach langem Weg zum Gate A 25 bleibt gerade noch Zeit für ein kurzes Mittags-Picknick. Dann beginnt bereits  das Boarding. Mit dem Bus fahren wir über das gesamte Flughafen-Gelände. Kurz vor der Startbahn West besteigen wir die Boeing 737 (mit 6 Sitzen pro Reihe). Ich sitze am Fensteer über dem Flügel.

HeraklionFußgängerzone HeraklionDer Blick auf Deutschland wird durch eine dichte Wolkendecke abgeschirmt. Südlich der Alpen beginnt die gute Sicht. Beeindruckend sind das südliche Jugoslawien und Albanien von oben: eine fast menschenleere Karstlandschaft. Allerdings transportieren die Flüsse eine Schmutzfracht, die selbst aus 10.000 m Höhe noch deutlich das Meer verfärbt. Über das dichter besiedelte Griechenland führt der Flug an Athen vorbei zur Ägäis. Die Stadtansicht von Atrhen ist beeindruckend: Die Wohngebiete ziehen sich bis weit in die Berge hinein. Über den Inseln der Ägäis tauchen wir in einen dichten grauen Dunstschleier ein. Beim Anflug auf Kreta begrüßt uns der hohe Gegirgszug, der die Insel längs durchzieht.

Das Gepäck ist erst nach einer halben Stunde am Förderband des Flughafens Heraklion. Das Fahrrad muss ich am äußersten östlichen Ende des Gebäudes am Lieferantentor abholen. Obwohl ich die Luft im Schlauch nicht abgelassen habe, sind die Schläuche noch ganz.  Das erspart mir das Aufpumpen. Pedale und Lenker sind schnell montiert. Jetzt soll aber ein Teil des Gepäcks auch aufs Vorderrad verteilt werden. Zelt und Schlafsack stecken aufrecht in den offenen Frontseitentaschen und werden am Lenker verzurrt.

Inzwischen ist es fast 9:00 Uhr abends und stockdunkel. Entlang der Flughafenstraße taste ich mich in die Innenstadt. Kurz vor der Innenstadt grüßt ein modernes Drei-Sterne-Hotel "Life". Ich kann den Preis für zwei Übernachtungen zwar von 90 Euro auf 70 Euro herunterhandeln. Dennoch ist mir das für die Zukunft zu teuer.



[Übersicht] [nachfolgender Tag]