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3. Tag: Heraklion - Tzermiado (90 km)
Di, 05.09.2006


Hoch in die Lassithi-EbeneKapelle am BergBeim gestrigen Studium der Internetausdrucks von einer Kretareise von 1996 komme ich auf die Idee, heute direkt in die Lassithi-Hochebene zu fahren. Dazu muss ich aber auf 900 m hochschieben ! Das schwer überladene Fahrrad wird vom Hotel-Portier bestaunt. Ich traue - wie immer am Anfang - der Stabilität des Hinterades nicht so ganz. Äußerst behutsam radle ich nach Osten, zurück zum Flughafen., von da auf der Schnellstraße bis zur ersten Ausfahrt.  Die Küstenstraße schlängelt sich spektakulär direkt m Meeresrand entlang. Dann folgt eine Reihe von immer noch gut besuchten Touristenorten bis Kato Gouves.

Hier zweige ich ab in die Berge. Zunächst ist nur Kalo Horio ausgeschildert. Die offizielle Straße in die Lassithi-Ebene zweigt erst in Hersonissos ab.  Die schnell zunehmenden Steigungen machen mir bei der Sonnenhitze zu schaffen. Ich schiebe zwar bergauf, aber 50 kg drücken auch beim Schieben ganz schön auf die Arme. Gegen 11:00 Uhr grüßt vom gegenüber liegenden Berghang ein Kirchengeläut, dann der Halleluja-Ruf eines orthodoxen Priesters.

Als ich auf der Höhe in Kalo Horio bin, brauche ich die este Rast. Über einen Liter Wasser trinke ich, dann lege ich mich kurz in die Horizontale zum Beruhigen des Kreislaufs. Danach gehts leider wieder ganz hinunter ins Nachbartal. Dort treffe ich auf die Hauptstraße, mit LKW- und Busverkehr. Sie verläuft zunächst mit geringer Steigung im Tal bis Gonies. Vorher mache ich in Avdou Mittagsrast im Schatten der Dorfeiche. Sie steht - immer noch - mitten auf der schmalen Straße.

Blick über die Laassithi-EbeneMondaufgang über dem Dikti-GebirgeAb jetzt heißt es wieder Schieben. Es ist bereits 15:00 Uhr und die Nachmittagshitze beeinträchtigt die Leistung.  Nach einer Stunde brauche ich die erste ausgiebige Pause - im Schatten einer wunderschön gelegenen Kapelle. Das Gebäude wirft Schatten, auf der Rückseite finde ich zwei Gartenstühle - Entspannung pur...
Erst nach einer halben Stunde bin ich wieder am Berg - es wird jetzt steiler. Der Nachmitag ist immer noch sehr heiß. In Kera auf dem kleinen Dorfplatz gibt es die nächste Pause. Spielende Kinder bewundern mein vollbepacktes Rad. Erst um 18:00 Uhr starte ich zur letzten Etappe. Nach der zweiten Serpentine überkommt mich ein bisher unbekanntes Schwächegefühl. Trotz jetzt geringer Steigung am Hang kann ich kaum noch gerade gehen. Die Sonne verschwindet gerade hinter den gegenüberliegenden Bergen.  Mit letzter Kraft erreiche ich die Passhöhe.
Dort gibt es eine riesige Taberna mit Picknick-Tischen im Freien. Mit Blick auf die Lassithi-Ebene und das noch ins abendliche Sonenlicht getauchte Dikti-Gebirge sammle ich neue Kräfte beim Picknick mit Wurst, Käse und Wein.

Die letzten Kilometer verlaufen flach in der Ebene. Ich finde das Hotel Kourites am hinteren Ortsausgang von Tzermiado, als die Wirtin gerade gehen will. Für 25 Euro gibts ein Doppelzimmer mit Dusche und Balkon.


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