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11. Tag: Pula - Labin (50 km)
Mo, 13.04.2009


Nach dem umfangreichen Frühstück in der Jugendherberge starte ich gegen 10 Uhr zu einer an sich kurzen Etappe nach Labin. Von der Umgehungsstraße geht die SS 66 ab in Richtung Rijeka. Nach 5 km verschwindet der meiste Verkehr auf der Autobahn. Auf der Straße bleiben nur vereinzelte Fahrer aus der Region, viele Motorräder und Wohnmobile - die allerdings scheinen es besonders eilig zu haben. Die Straße steigt langsam, aber beständig an, genau zwischen noch Fahren und Schieben. Leider belaste ich dabei die Kette mehr, als mir lieb ist. Nach 25 km mache ich Mittagspause an einem Kriegerdenkmal. Beim Aufbruch stelle ich fest, dass sich das neu eingebaute Kettenglied wieder gelöst hat - die Vernietung hält auf einer Seite nicht mehr. Ich schiebe das bewegliche Teil wieder auf das Kettenglied und hoffe, dass es nicht wieder abrutscht.

Am Hochpunkt der Strecke liegt der kleine Ort Barban. Von hier geht es steil abwärts in einen verlandeten Fjord auf Meereshöhe. Hier liegt Rasa, eine etwas verkommene Arbeiterstadt, da die örtliche Industrie weitgehend aufgegeben hat.

Der nun folgende Anstieg lässt sich nur schieben, so ist es mir am liebsten. Am Ende der Steigung bin ich schon in Labin. Angeblich gebe es keine Zimmer in der Altstadt. man müsse nach Rabac wieder ans Meer hinunterfahren. Ich probiere es trotzdem und finde im Restaurant Kvarner ein sehr feines, aber teures Zimmer für 312 Kunar (45 Euro). Dafür geht der Blick aus dem Fenster über die Bucht von Rabac. In dem unscheinbaren Altbau des Hauses ist eine Etage auf Hotelniveau hervorragend renoviert. Von außen sieht man das dem Haus nicht an.

Auf der Rückseite des Hauses versteckt sich ein kleines Theater, in dem just heute Nachmittag eine Schauspieltruppe aus Trieste eine kostenlose Vorstellung im Stil der lockeren Szenenreihung eines Kabaretts gibt. Sie wird begleitet von einem Pianisten, weil zwischendurch immer wieder Moritaten gesungen werden. Ich schaue zweimal vorbei, die ganzen zwei Stunden hier zu verbringen, ist mir zu schade.

Ich schlendere lieber durch die Treppenwege der Altstadt zwischen Kirchen und venezianischen Häusern.


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