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7. Tag: Sibenik - Biograd (50 km)
Mi, 01.04.2015


Die Nacht ist unruhig - ohne Frischluft ist de Husten nicht zu bändigen. Ich lasse Küchenfenster, Küchentür und meine Zimmertür offen. So kann ich ein wenig schlafen.

Gerade wegen des ungünstigen Zimmers starte ich heute schon zur Weiterfahrt - trotz meiner Erkältung. Ich hoffe, dass die gleichmäßige Anstrengung mein Immunsystem auf Trab bringt. Zuerst geht es steil aus Sibenik heraus - auf der alten Straße nach Knin. Am oberen Ortsrand treffe ich auf die Umgehungsstraße. Die führt rasant wieder bergab bis zur großen Bogenbrücke über den Fluss Krka. Oberhalb in den Bergen verliert er in beindruckenden Wasserfällen seine Höhe. Auf einem Stausee sind wohl die Kanu-Sequenzen der Winnetou-Filme gedreht worden.

Das Wetter ist freundlich und windstill. Ich erreiche flott Vodice - beim dortigen LIDL brauche ich nach dem Einkauf eine Ruhepause. Dazu lege ich mich auf den Bordstein am Rande des Parkplatzes - alles ordentlich gepflastert.

Bei der Weiterfahrt hält sich die Straße leider nicht an die Küstenlinie. Sie führt durch halbhohe Buschvegetation - vereinzelt unterbrochen von Olivenplantagen - und es geht ständig rauf und runter. Zudem setzt jetzt Gegenwind ein - aus Westen (!). Über den Bergen grollt ein Gewitter. Es nähert sich bedrohlich - ich hoffe auf ein Buswartehäuschen in Drage. Leider entlädt sich der Schauer zu früh. Trotz Regencape ist alles nass.

Im endlich erreichten Buswartehäuschen mache ich dann trotzdem Mittagspause. Die Bank dort ist trocken geblieben. Außerdem fließt das Regenwasser auf kroatischen Landstraßen nicht in den Graben sondern oft quer über die Fahrbahn. Das erzeugt nasse Füße beim Radfahren und Spritzfontänen von vorbei fahrenden Autos.

Nach einer Stunde ist die Straße wieder trocken - meine Schuhe brauchen etwas länger. Angesichts meiner angeschlagenen Gesundheit und des inzwischen heftigen Gegenwinds beschließe ich, heute nur bis Biograd zu fahren. Dort gibt es erstmals Schwierigkeiten, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Die Hotels wollen 51 bis 72 Euro für ein Zimmer ! Die Pensionen sind noch nicht vorbereitet. Über eine private Agentur (Sani Tours) werde ich in einen Wohnblock am Ortsrand vermittelt, wo sämtliche Wohnungen von Feriengästen genutzt werden. Das kostet 200 Kuna - egal ob allein oder zu zweit. Dafür gibt es aber wieder eine Küche. Leider haben die Vormieter einen bejammernswerten Zustand hinterlassen: Die Haustür schließt nicht, die Dusche ist verkalkt, Wasser spritzt nach hinten aus dem Duschschlauch, der Kühlschrank ist leicht verschimmelt, weil der Vormieter die Tür zugelassen hat.

Ich starte zum Stadtspaziergang - diesmal mit dem Rad. Es gibt eine mehrere Kilometer lange Strandpromenade nach Süden. Eine Unzahl von Restaurants ist dort für den Sommerbetrieb angelegt - aber noch geschlossen. Die Altstadt ist ordentlich - aber wenig historisch. Über die riesige Marina hinweg sieht man in der Ferne die Berge mit Neuschnee.

Ich kehre fröstelnd in die Wohnung zurück. Sie besitzt zwar eine Klimaanlage aber keine Heizung. Die letzten Sonnenstrahlen wärmen etwas durch das geschlossene Fenster.


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