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8. Tag: Biograd - Zadar (30 km)
Do, 02.04.2015


Die Nacht ist laut - wegen der benachbarten Einfallstraße. Ich lasse daher das Fenster geschlossen. Der Schimmel an den Wänden führt leider zu verstärkten Hustenattacken. Gegen 2:00 Uhr kann ich lüften - dadurch wird der Husten gemäßigt.

Pünktlich um 9:00 Uhr räume ich die Ferienwohnung. Im Erdgeschoss hat eine Gruppe jugendlicher Radfahrer gehaust. Entsprechend sehen die Wohnungen aus: Müllberge, ein abgebrochener Klodeckel, ein durchgesessener Stuhl. Die Besitzerin diskutiert lange mit dem Gruppeneiter !

Es ist sonnig und windstill. Die Tour beginnt mit einer sanften Steigung, führt zunächst wieder oberhalb der Küste durchs Hinterland. Dennoch geht’s heute wesentlich leichter als gestern - ohne den Gegenwind. Bald führt die Straße hinunter an die Küstenlinie - ab Turanj. Wunderschön strahlt heute das Meer bis hinüber zur nahen Insel Pasman. Am Ortseingang von Bibinje biegt die Hauptstraße N 8 unter der Bahnlinie ab ins Hinterland. Ich bleibe auf einem schmalen Sträßchen parallel zur Bahn, komme so auf die alte Ortsverbindungsstraße. Diese führt quer durch mehr oder weniger stillgelegte Industrieanlagen. Die zahlreichen Bahnanschlüsse sind ungenutzt. Kein einziger Güterwagen steht mehr auf den Gleisen. Auch der tägliche Triebwagen von Zadar nach Knin ist eingestellt - und fährt als Bus.

Ich finde schnell wieder das "Boutique Hostel Forum" direkt am musealen Hauptplatz von Zadar. Wie vor zwei Jahren komme ich in einem modernen Vierbettzimmer mit vier Schlafkabinen unter. Alles ist immer noch top gepflegt und sauber. Es kostet jetzt nur noch 15 Euro pro Nacht. In der kleinen Küche hole ich das Mittagessen nach, dann geht’s auf einen ersten Rundgang zur Uferpromenade. Inzwischen bläst wieder ein heftiger Südwest-Wind.

An einem Restaurant treffe ich ein Tourenradler-Paar aus Bern. Sie sind unterwegs auf dem Weg nach China ! Ihre Tour führt über Griechenland und die Türkei in den Iran, dann durch die abtrünnigen Sowjet-Teilrepubliken. Für jede muss auf den Einreisetag genau ein Visum ausgestellt sein. Die Ausstattung ist perfekt: Koga Myata World Traveller mit superdicker Mountainbike-Bereifung (26 Zoll), Ortlieb-Taschen und Seesack.

Ich schaue mir nochmal die Karte an für die Tour entlang de Küstenstraße. Vor zwei Jahren bin ich die Strecke in vier Etappen geradelt - jetzt habe ich noch sieben Radfahrtage bis Rijeka. Das müsste zu schaffen sein. Notfalls fahren mehrere Buslinien auf der Küstenstraße. Ob sie auch ein Fahrrad mitnehmen, ist leider ungewiss !

Beim Abendspaziergang speise ich im Studenten-Restaurant - wie vor zwei Jahren - allerdings ohne Studenten-Ermäßigung. Trotzdem kostet die große Pizza nur 12 Kuna.

An vielen Stellen des Ortes hängen junge Männer herum - augenscheinlich mehr als vor zwei Jahren. Offenbar hat auch in Kroatien die Jugendarbeitslosigkeit zugenommen. Das hat auch die Studentin in Split bestätigt - sie versucht im Ausland einen Job zu finden.


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