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9. Tag: Omegna - Vercelli
Karfreitag, 28.3.1997


Frühmorgens starte ich zur Poebene. Zuerst führt die Straße am Ufer des Lago d'Orta entlang mit schönen Blicken auf die sanften Berge gegenüber.

Am Seeende möchte ich mich auf Nebenstraßen bis zum Sesia-Tal durchschlagen. Erst nach mehreren Anläufen finde ich die richtige Straße. Beschilderungen fehlen ganz. Dafür fahre ich völlig verkehrsfrei durch das fruchtbare Hügelland bis Romagnano Sesia.

Auf der rechten Flussseite folge ich der Nebenstraße bis Vercelli. Die Landschaft hier kontrastiert stark mit den Bergen der letzten Tage. Überschwemmungswälder begleiten den hoch eingedämmten Fluss, Landwirtschaft prägt die Ebene.

Um ein Hotel zu finden, fahre ich in Vercelli direkt zum Bahnhof und frage dort die Taxifahrer. Mit zwei Adressen im Gepäck mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich finde eine Bar, die nur widerwillig ein freies Doppelzimmer zur Verfügung stellt. Für 50.000 Lire (ca. 50 DM) schlafe ich in einem fensterlosen großen Raum, Dusche auf dem Gang. Das Fenster zum Flur lässt nur Zigarettenrauch herein. Als ich versuche, zusätzlich die Balkontür zu öffnen, beschwert sich die Besitzerin.

In dieser Nacht ist eine große Karfreitagsprozession vorgesehen. Lebensgroße Kreuzwegfiguren werden durch die Straßen der Stadt getragen. Die katholische Bevölkerung schließt sich dem Zug an. Ein Teil steht am Straßenrand und bewundert das nächtliche Schauspiel. Einem Teil des Zuges schließe ich mich genauso an. Dann wechsle ich den Standort und beobachte das Schauspiel vom Straßenrand. Zum Abschluss versammeln sich alle wieder im Dom zu einer feierlichen Zeremonie mit viel Weihrauch.


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