[ vorhergehender Tag] [Übersicht] [nachfolgender Tag]


11. Tag: Alessandria - Gavi
Ostersonntag, 30.3.1997


Bei kühlem Sonenschein starte ich in der Frühe des Ostermorgens in Richtung Genua. Über Nebenstraßen finde ich über Bosco nach Basaluzzo. Dort bereiten sich die Menschen gerade auf die Ostermesse vor.

Bei der Runde durch den Ort bremse ich vor der Kirche allzu heftig. Dabei reißt der hintere Bremszug. Einen Ersatzzug habe ich leider vergessen. Das schwere Rad lässt sich nur mit der Vorderradbremse nun kaum noch anhalten.

Dennoch versuche ich weiterzufahren. Schon bei leichtem Gefälle wird das Rad unaufhaltsam schneller. Im nächsten Ort besuche ich die gerade beginnende Ostermesse. Etwas verwundert aber freundlich werde ich in meiner exotischen Kleidung und den wirren Haaren begutachtet. Wo ich herkomme, wollen die Einwohner wissen. Einen Fahrradhändler gibt es erst in Gavi.

Vorsichtig taste ich mich über die folgenden 8 Kilometer. Am Ortseingang von Gavi frage ich bei einer Bar nach dem Fahrradgeschäft. Es sei in der Ortsmitte, aber wahrscheinlich schon geschlossen. Ich finde den Laden mit umfangreichem Zubehör um 12:30 Uhr. Leider schließt er sonntags um 12:00 Uhr.

Ich versuche auf dem Dorfplatz mit Hilfe einer Lüsterklemme den abgerissenen Bremsnippel zu ersetzen. Bei den großen Kräften rutscht er aber immer wieder vom Seil.

Nach zwei Stunden vergeblicher Reparaturversuche bleibt mir keine Alternative, als in dem sehr vornehmen Hotel am Stadtplatz ein Zimmer zu nehmen. Der Portier hilft mir gleich beim anmelden. Der Fahrradhändler komme abends immer zum Bierchen in die Bar. Er könne mir den fehlenden Bremszug beschaffen.

Für 75.000 Lire ziehe ich in ein fürstliches Doppelzimmer mit Blick auf den Marktplatz. Den Nachmittag und Abend verbringe ich auf dem Castello oberhalb des Ortes. Durch das ausgehende Tal öffnet sich ein fantastischer Blick über die Poebene bis zu den gegenüberliegenden schneebedeckten Alpen. Dieser Anblick wird noch beeindruckender durch die dahinter versinkende Sonne.

Abends treffe ich den Fahrradhändler tatsächlich im Hotel. Für 2000 Lire holt er mir einen extralangen Bremszug aus seinem Geschäft. Diesen kann ich sofort einbauen.


[ vorhergehender Tag] [Übersicht] [nachfolgender Tag]