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2. Tag: Milano - Porto Torres (Bahn und Schiff)
Sa, 19.03.2005


In Milano kommt der Nachtzug trotz langer Pausen an den Grenzbahnhöfen pünktlich um 07:45 Uhr an. Die Anschlussfahrkarte kann ich so schnell besorgen, dass ich noch den Zug um 08:15 Uhr nach Genova erreiche. Im Fahrradabteil tummelt sich bereits eine Gruppe Sportradler, die heute von Genova aus losradeln wollen. Sie wundern sich über mein schwer bepacktes Rad.

Im Zug trweffe ich eine Gruppe junger Pfadfinderinen wieder, die sich im Nachtzug schon im leeren Fahrradabteil ausgebreitet hatte. Sie wollen irgendwo ans Meer, wo es schön ist - können aber weder italienisch noch besitzen sie eine Landkarte der Region. In Genova wollen sie weiter sehen...

Vom Hauptbahnhof Genova Porto Principe aus finde ich schnell das zentrale Fährgerbäude am Hafen. Im Erdgeschosss ist jetzt ein Einkaufszentrum eingerichtet, im Obergeschoss gibt es die Tickets. Hier trifft mich eine unangenehme Überraschung: das geplante GNV-Schiff nach Porto Torres ist heute abend bereits ausgebucht - also bleibt als Alternative doch wieder nur die Tirrennia. Wieder kostet die Rückfahrkarte 10 Euro mehr als die Hinfahrt (Frühbucherbestrafung !), außerdem kostet das Rad nochmals 5 Euro pro Fahrt. Dafür bin ich jetzt aber sicher, zum geplanten Termin nach Sardinien und zurück gebracht zu werden.

Ziemlich übermüdet beginne ich eine kleine Stadtrundfahrt in Genova. Man merkt, dass Genova 2004 Weltkulturstadt war: Die alten Hafenanlagen sind sämtlich renoviert und mit Freizeiteinrichtungen versehen. Vom Ende der Aquariumsmole habe ich einen schönen Blick auf die Altstadtbucht. Leider verdunkeln tiefhängende Wolken den Anblick.

Nach ausgiebigem Mittagsschlaf auf einer windgeschützten Bank erobere ich dann doch noch die höheren Teile der Altstadt mit dem vollbepackten Rad. So oft ich nun schon in Genova war - es gibt immer wieder Neues zu entdecken: die Ferrovia Casella - eine der letzten Überlandstraßenbahmen, die Aussichtsterrasse - ein Muss für Stadtrundfahrten, den Dom - in scharz-weißer Marmorgestaltung, die schön renovierten Altstadtgässchen, in denen jetzt kleine Geschäfte untergebracht sind.

Ein Tag in Genova

Früh bin ich dann am Fähranleger, beobachte die Beladung des Schiffes mit LKW-Trailern. Dabei begegne ich einem jungen Schweizer, der auch allein mit dem Rad unterwegs ist. Er möchte über die Costa Smeralda in die Berge, sich mit seinem Mountain Bike austoben.

Im Liegesesselsaal des Schiffes ist soviel Platz, dass ich meine Luftmatratze ausbreiten kann und richtig gut schlafe. Selbst die Abfahrt des Schiffes verschlafe ich. Dafür gehe ich gegen 4:00 Uhr ins Freie und bewundere den wunderschönen Sternenhimmel - ohne jedes Streulicht.


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