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8. Tag: Iglesias - S. Antioco (48 km)
Karfreitag, 25.03.2005


Die Route

Wegen des heruntergehandelten Preises gibt es kein Frühstück im Hotel - ich hatte sowieso schon mein eigenes Frühstück im Zimmer bereitet. Nach der Wasserversorgung im ISA-Supermarkt geht es nochmals kurz im Ort bergauf. Dann folgt die SS126 einem breiten Tal mit mehreren stillgelegten Bergwerken und riesigen bauxithaltigen, roten Abraumhalden. Die Häuser - auch die schönen Direktorenvillen - verfallen einfach. Nach der rasanten Talfahrt führt eine gut ausgebaute SP rechts ab nach Portoscuso. Sie gibt bald wieder einen beeindruckenden Blick auf die Felsküste frei. Schon um 11:00 Uhr bin ich auf der Anhöhe des Wehrturms beim Mittagessen.

Die nun folgende Küstenstraße wird begrenzt von großen Industrieanlagen - vor allem Aluminiumindustrie. Weißlicher Staub quillt aus den Schornsteinen. Daneben erzeugt ENEL mit Öl (!) den nötigen Strom. Am Werkstor rühmt sich ALCOA 10 Millionen Bäume als Ausgleich für die Umweltsünden zu pflanzen.

Bald wird die Gegend wieder landwirtschaftlich geprägt. In der bewässerten Ebene wächst Gemüse und Obst. Herrlicher Sonnenschein aber beständiger Gegenwind begleiten die Fahrt. Der letzte Abschnitt führt über einen künstlichen Damm zur Insel St. Antioco.

Gleich am Ortseingang finde ich über einer Bar ein Zimmer mit Frühstück für 20 Euro. Sofort starte ich in die "Zona Arceologica", die älteste punische Siedlung auf sardischem Boden (750 v. Chr.). Vor allem die Totenstadt kann besichtigt werden. Am Rande des Ausgrabungsfeldes ist ein modernes Museum entstanden - es steht aber leer und das offenbar schon seit geraumer Zeit.

Nach kurzem Ausflug entlang der Ostküste und Einkauf im PAN-Supermarkt gibt es wieder ein Schlemeressen auf dem Zimmer - mit Suppe, Karotten, Hähnchen, Käse, Joghurt, dazu Wein aus Cagliari.

Heute Abend ist um 20:00 Uhr in der Altstadt Karfreitagsprozession und anschließend eine szenische Aufführung der Karfreitagsgeschichte in der Kirche. Diese wird in sardischer Sprache aufgeführt. Die Inszenierung setzt sehr darauf, dass weder Herodes noch Pilatus Schuld an der Verurteilung Jesu sind, sondern das ewig zeternde und besserwisserische Volk.

Von Iglesias nach S. Antioco

Bilder von S.Antioco
Zona archeologico


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