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5. Tag: Eichstätt - Kelheim (80 km)
Di, 24.04.2007


Das Frühstück nehme ich inmitten von Fünftklässlern eines bayrischen Gymnasiums ein. Der Kaffee aus dem Automat besteht fast nur aus heißem Wasser. Aber es gibt eine ganze Schale Himbeerjoghurt, an der ich mich labe.

Der Start von Eichstätt führt mich auf die Bundesstraße nach Ingolstadt an der holprigen Altstadt vorbei. Der Radweg entlang dieser Straße endet abrupt an einer verbogenen Sperre. Ich wechsle über die Altmühl auf die Talstraße. Dieser folge ich, weil der Radroutenweg wieder nur geschottert ist.

Es begann bereits heute Morgen leicht zu regnen. Mit kurzen Unterbrechungen hält der Regen bis mittags um 12:00 Uhr an, allerdings nur leichter Niesel. Mein Gepäck ist mit einem nicht benötigten Duschvorhang umwickelt. Ich selbst nehme nur den Anorak, weil ich unter dem Regencape zu sehr schwitze.

Überraschend überquere ich die neue Schnellbahn Nürnberg - München. Zwischen zwei Tunneln ist nur das kurze Stück bei der Altmühl-Überquerung sichtbar. Zwei kurze Ausweichgleise auf beiden Seiten reichen wohl nur für Bau- und Nahverkehrszüge.

In Beingries hört es auf zu regenen, Grund genug, dort Mittagspause einzulegen. Ich wähle eine Bank auf dem Stadtplatz. Die meisten Geschäfte sind über Mittag geschlosen, so dass kaum etwas los ist. Ein Mitarbeiter des Bauhofs reinigt das Brunnenbecken, um es dann mit Wasser zu füllen.

Bis Dietfurt vertraue ich nun doch der Radroute, weil die Straße hier stärker befahren ist. Zum Glück ist der Radweg hier durchgehend asphaltiert. Im letzten Abschnitt bis Kelheim bleibe ich wieder auf der Talstraße. Sie verläuft weitgehend parallel zum 1992 fertiggestellten Rhein-Main-Donau-Kanal. Während des ganzen Nachmittags bemerke ich kein fahrende Schiff auf dem Gewässer.

Riedenburg ist durch den Kanal zerteilt worden. Neue Häuser stehen direkt am Wasser. Ein Auisflugsschiff wird hier gereinigt. Etwas weiter Richtung Kelheim ist die neue Talstraße plötzlich für Radfahrer gesperrt. Ich kann aber ausweichen auf die hügelige alte Straße, die durch viele enge Ortsdurchfahrten führt.

Schon kurz nach 16:00 Uhr erreiche ich Kelheim - rechtzeitig, um noch im Informationsbüro nach einem Privatzimmer zu fragen: Etwas außerhalb am gegenüber der Stadt liegenden Hang am anderen Donauufer finde ich ein Privatzimmer für 21 Euro (mit Frühstück) bei Frau Mannes. Eine Etage ihrer Doppelhaushälfte bewohnt sie selbst, zwei weitere wurden zu Touristenzimmern umfunktioniert. Frühstück gibts auf dem Zimmer. Dazu steht ein Campingtisch mit zwei Stühlen bereit.

Am Abend schlendere ich nochmals durch die schöne Altstadt von Kelheim. Sie fällt jetzt natürlich ab gegen Dinkelsbühl und Eichstätt. In einem Internet-Cafe kann ich für 2 Euro meine erste Reise-Mail schreiben. Im Zimmr zurück koche ich ausführlich und genieße das Abendessen beim heutigen Sat1-Fernsehfilm.


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