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6. Tag: Kelheim - Straubing (80 km)
Mi, 25.04.2007


Gestern Abend hatte ich noch einen älteren Herrn getroffen (ehemaliger Entwicklungshelfer), der auch allein radelt, weil seine Frau schwer krank ist - allerdings nur für eine Woche. Der Donauradweg verläuft ab Kelheim zunächst auf der linken Flussseite, konnten wir gemeinsam eruieren.

Dennoch starte ich heute auf der rechten Donauseite, weil mein Privatzimmer auf dieser Seite liegt. Meist ist die Straße von einem Radweg begleitet. Ab Saal gibt es einen wunderschönen asphaltierten Uferweg bis Bad Abach. Hier mündet der offizielle Donauweg ein über eine eigens dafür errichtete, aufwändige Donaubrücke. Eine wenig befahrene Straße führt von hier rechts der Donau bis ins Zentrum von Regensburg.

Bei herrlichem Sonenschein strahlt die Stadt italienisches Flair aus. Lange verweile ich im riesigen gotischen Dom. Geschäftige Herrn in dunklen Anzügen bereiten wohl ein großes Projekt vor. Ich werde an Herrn Braun aus Iggelheim erinnert.

Beim Geschäftsbummel finde ich einen Spezialbuchladen für Reiseliteratur. Er hat alle noch fehlenden Lonely-Planet-Reiseführer für Ungarn, Rumänien und Bulgarien im Regal. Erst gegen 15:00 Uhr finde ich wiede aus der Stadt. Mittagspause lege ich erst in Schwabelweis gegenüber der Hafeneinfahrt ein. Bis hierher verkehren wohl zuweilen noch kleine Frachtschiffe - fahrend sehe ich aber auch heute keines.

Der Weg nach Straubing ist nun fast durchgehend asphaltiert. Zunächst verläuft er direkt hinter dem Deich. Bei Wörth zweigt er ins Zentrum des Ortes ab. Die Stadt wird zwar gekrönt von einem weithin sichtbaren Schloss, macht aber ansonsten einen eher desolaten Eindruck.

Die Beschilderung des Weges ist hier schlecht. Ich verliere den Weg und folge zunächst der Nebenstraße nach Straubing. Hinter der Autobahnbrücke von Hofdorf finde ich ihn dann aber wieder. Zuletzt fahre ich doch wieder auf der Straße, um den Schotterweg zu meiden.

Weithin grüßt in der Donauebene bereits Straubing mit seinen imposanten Türmen. Nach einer etwas verqueren Umrundung der Altstadt auf dem Umgehungsring finde ich die Jugendherberge. Sie nimmt mich für nur 16.40 Euro auf, weil ich erstmals meinen Leinenschlafsack nutzen darf statt geliehener Bettwäsche.

Der historische Kern der Stadt besteht vor allem aus dem wunderschönen Markt- und Stadtplatz. Ein riesiger Turm dominiert in der Mitte. Die alten Bürgerhäuser erstrahlen im Licht der Abendsonne - eine Augenweide.

Leider quälen sich immer noch Pkws über das holprige Pflaster, verunsichern Fußgänger und belästigen die im Freien sitzenden Biergartengäste mit ihrem Radau. Der Vorrang fürs Autro ist in Bayern wohl besonders ausgeprägt.


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