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11. Tag: Krems - Spitz - Krems (40 km)
Mo, 30.06.2007


Heute muss erst einmal der Hinterradmantel gewechselt werden. Sicherheitshalber schiebe ich das Rad zum Ende des Ortes Stein. Dort finde ich - wie von der Jugendherberge gestern beschrieben - einen großen Radladen. In einer Stunde werden Schlauch und Mantel (Schwalbe Marathon Cross !) für 37,70 Euro gewechselt.

Die gestern mit dem Zug gefahrene Strecke von Spitz nach Krems hole ich heute mit dem Rad nach. Eine Reihe der schönsten Weinorte der Wachau folgen aufeinander: Stein, Dürnstein, Weißenkirchen, St. Michael, Spitz. In den schmalen Gassen drängen sich heute Scharen von Tagestouristen, die in den zahlreichen Weinlokalen einkehren wollen. Viele schöne Motive in den Weinbergen und mit den Burgruinen auf den Bergrücken machen diesen Teil des Donautales zu einem der schönsten bisher.

In Spitz setze ich mit einer sogenannten "Rollfähre" über, die - wieder motorlos - an einem Seil hängend, das seinerseits mit Rollen an einem quergespannten Hochseil befestigt ist, nur von der Strömung angetrieben wird. Die rechte Donauseite besitzt zwar den besseren Radweg aber keine attraktiven Ortsdurchfahrten. Dafür kann ich jetzt die schönen Weindörfer von der Gegenseite in der Gesamtansicht genießen.

Schon um 16:00 Uhr bin ich zurück in Krems. Dort schlendere ich über die "Kunstmeile" - drei nebeneinander liegende Museeen mit moderner Kunst - , steige anschließend auf den "Hohen Markt" hinauf. Dort oben finden sich in den ehemaligen Klosterhallen gleich zwei Gymnasien.

Auf dem Rückweg kaufe ich noch beim Penny Vorräte für morgen (Feiertag!) und komme an der Stadthalle vorbei, wo die letzten Vorstellungen des "Donaufestivals" laufen. Seit drei Jahren findet in Krems ein Festival avantgardistischer Kunst, Performance und Musik statt. In der Stadthalle gibt eine alternative Theatergruppe aus Deutschland und Estland ein "Piratenstück", eine Parabel im Brecht'schen Sinne zu den Ungerechtigkeiten der europäischen Vereinigung. Im echten Piratenstil gibt es in der Pause Fleisch vom Spanferkel mit Rum - das Abendessen ist also erledigt.

Auf dem Campingplatz haben sich heute Abend einige weitere Fernradler eingefunden: Ein älteres Ehepaar radelt von Passau nach Wien, ein Rentner aus Bremerhaven ist gerade auf dem Rückweg von seiner Europatour, die ihn bis nach Norditalien und Kroatien geführt hat.


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