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25. Tag: Baja - Szeged (110 km)
Mo, 14.05.2007


Eine große Etappe steht heute bevor. Das Wetter ist herrlich sommerlich. Auch nach Sonnenuntergang sind es noch 27 Grad.
Die Ausfahrt aus Baja auf die Nebenstraße nach Bacsbokod finde ich nur nach zweimaligem Fragen. Der Hauptverkehr wird auf die S 55 geleitet. Durch eine idyllische Tiefebene geht heute die Reise. Auf den Feldern wachsen Gemüse, Frühkartoffeln, Mais, Raps - auch zwei Spargeläcker sind darunter. Die Dörfer sind herausgeputzt. Ist auch das Haus alt, werden Gärten und Vorgärten doch vorbildlich gepflegt.

Die Menschen sind zuvorkommend, hilfsbereit: Immer, wenn ich etwas hilflos auf die Landkarte schaue, wollen mir Passanten helfen. Leider können nur wenige Deutsch oder Englisch...

In Tatahaza stoße ich wieder auf die S 55. Auch hier ist wenig Verkehr - kein Vergleich mit dem Chaos in und um Budapest. In Kisszalas mache ich Mittagspause im Dorfpark. Das Rathaus steht offen für kostenlose Toilettenbenutzung. Internet gibts ab 14:00 Uhr für nur 170 Ft pro Stunde.

Entlang der S 55 wechselt jetzt der Rückenwind (aus Südwest) in einen leichten Gegenwind (aus Südost). Ich komme dennoch gut voran. In Morahalom brauche ich nochmal eine kurze Pause zum Trinken und lockern der Waden. In der rechten Wade zeigt sich teilweise ein dumpfer Schmerz.
Die letzten 20 km werden nun doch noch anstrengend - auch wegen des zunehmenden Verkehrs. Um 17:00 Uhr bin ich in Szeged am Ortseingang. Sicherheitshalber fülle ich hier schon (beim PLUS) Getränke, Obst, Gemüse nach. Der Weg in die Stadt ist begleitet von einer altertümlichen Straßenbahn mit nur einem Gleis, das in zwei Richtungen betrieben wird.

In der Stadtmitte verliere ich etwas die Richtung. Ein Schüler geleitet mich - Deutsch sprechend - auf seinem Rad zum Camping Susfardö auf der Tisza-Insel. Leider hat der geschlossen. Der nächste Campingplatz liegt 10 km außerhalb der Stadt ! Ich mache mich auf den Weg, finde aber nach 2 km ein einfaches Hotel "Isabella" im Obergeschoss des Duschblocks für den örtlichen Sportplatz. Zimmer ohne eigene Dusche kostet 4200 Ft (=17 Euro). Da verzichte ich auf den weiten Weg zum Campingplatz und schaue mir lieber noch die schöne Innenstadt im Abendlicht an.

Wieder gibt es eine riesige - in reinem Jugendstil erbaute - Synagoge. Die Fußgängerzone und die Plätze sind als Millenium-Projekt zum Jahr 2000 mustergültig herausgeputzt worden. Jetzt - bei der sommerlichen Wärme - sitzen viele im Freien vor den Restaurants. Da kommt echt italienishes Feeling auf...

Das Abendessen nehme ich wieder - selbst gekocht - auf dem Zimmer ein. Bei den Getränkemengen, die ich brauche, wäre das im Restaurant unbezahlbar.


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