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37. Tag: Bucuresti (20 km)
Sa, 25.05.2007


Im Hostel wird für ein einfaches Frühstück gesorgt: Brot, Margarine, Marmelade,Tee. Danach suche ich einen Supermarkt. Kaum 2 km entfernt vom Hostel finde ich einen "Kaufland"- Markt mit Nonfood- und Food-Abteilung. Eine ganze Bananenkiste fülle ich für 40 Lei mit Lebensmitteln. Damit ist die Versorgung für die nächsten drei Tage gesichert.

Um 11:00 Uhr ist im Museum für Musik ein Konzert zeitgenössischer Musik. Irma Ungureau verrenkt ihren schönen Sopran für abenteuerliche Lautmalereien. Die Musik ist u.a. von John Cage. Danach gehts zur Staatsoper. Eine Eintrittskarte für "Lucia die Lammermoor" (Donizetti) kostet 6 Lei. Auf dem Rückweg komme ich am gigantischen Ceaucescu- Palst vorbei. Morgen werde ich mir Zeit nehmen, ihn zu besichtigen.

Der Rückweg zum Hostel führt wieder durch überrschende Straßen. Die Allee längs des Stadtflusses ist in bombastischem Stil neu bebaut. Dafür musste aber ein großer Teil der Altstadt platt gemacht werden. Ein riesiger Platz ist behängt mit gigantischen Werbetafeln, auch das hier angesiedelte Sportstadion. Der weitere Weg führt an einer alten Markthalle vorbei - heute genutzt von einem einheimischen Supermarkt. Von hier finde ich allmählich Anschluss zu bekannten Straßen. Selten war eine Stadt so unübersichtlich !

Ich gönne mir im Hostel ein ausführliches warmes Essen und einen langen Mittagsschlaf. Draußen - bei schwülen 30 Grad - ist es sowieso zu anstrengend zum Radfahren. Gegen 16:30 Uhr breche ich wieder auf - in Richtung Opernhaus. Ich komme nochmals am Revolutionspalst im Stadtzentrum vorbei, wo 1989 eine Schießerei auf Demonstranten Ceaucescus letzte Amtshandlung war. Der Platz ist kahl - niemand kümmert sich um die Gestaltung.

Diverse Protzbauten konkurrieren mit den Gründerzeitpalästen. Dazwischen liegen aber Ruinen, moderne Bausünden oder eine der gigantischen Plakatwände über 5 bis 6 Stockwerke.

Die rumänische Staatsoper liegt etwas außerhalb der Innenstadt aber in der Nähe des "zwangssanierten" Bereichs längs des Flusses. Außen ist es ein eher schmuckloser Bau, zeigt innen aber die Ausstattung einer Logenoper.
Die Inszenierung ist ausgesprochen anregend. Obwohl ich den Text (italienisch gesungen) nicht verstehe, wird das Beziehungsgeflecht zwischen "Diesseits" und "Jenseits" durch interessante "Hilfsengel" (stumme Rollen) deutlich.
Das Orchester hat einen weichen italienischen Klang. In Vielem erinnert die Musik bereits an Verdi.
Die Sänger sind ausnehmend gut - die Hauptdarstellerin souverän, vor allem in den leisen Passagen. Nicht umsonst werden inzwischen in den meisten Opernhäusern des Westens rumänische Sängerinnen beschäftigt.

Auf dem Rückweg erlebe ich gerade noch das Abschlussfeuerwerk über dem Revolutionsplatz, das die Show der Niederländer zum Beitritt Rumäniens zur EU beendet. Heute finde ich schnell wieder zum Hostel - trotz der Dunkelheit.


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