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55. Tag: Istanbul (10 km)
Mi, 13.06.2007


Nach dem schönen türkischen Frühstück des Hostels gehts heute in den Topkapi Palast auf der Landspitze am goldenen Horn. In 5 Minuten bin ich zu Fuß am Eingangstor. Trotz einer großen Zahl Touristenbusse ist das Ticket (10 Ytl.) schnell besorgt. Ich stürme gleich zur Kasse des Haremseingangs - keine Wartezeit. Ich kann sofort mit dem Rundgang beginnen. Es gibt keine geführte Tour, so dass ich mir Zeit lassen kann für die Pracht der Wohngebäude des Sultans.

Die ganze Anlage war bis zum Ende des 19. Jahrhundets die "Wohnung" des jeweiligen Sultans - entspricht also etwa der Bedeutung der Alhambra in Spanien. Ähnlich ist der Wechsel von Wohnräumen, wassergekühlten Innenhöfen und Gärten. Die Innenausstattung ist weniger verspielt - meist beschränkt sie sich auf kunstvoll bemalte Fliesen und praktische Sitz- Liegemöbel. Interessant ist der Einblick in die Funktion der Räume: Eunuchen, Konkibinen, tatsächlich anerkannte Frauen, die dem Sultan einen Sohn geboren haben, und die "Chefin", die Mutter (!) des Sultans. Dieser kam wohl auch bei politischen Fragen eine hohe Bedeutung zu - sie betreute ihren Sohn lebenslang.

Die vier Bereiche des Palstes sind jeweils durch reich verzierte Tore getrennt. Nur im ersten und zweiten Beeich war die Öffentlichkeit zugelassen. Die privaten Bereiche sind naturgemäß die schönsten mit einer Vielzahl von Pavillons, die sich harmonisch in die Gärten integrieren. Von den Terrassen hat man jeweils einen überwältigenden Blick auf das Meer und die Berge auf der asiatischen Seite de Bosporus.

Ein besonderes Highlight ist die Schatzkammer. Hier haben die Sultane richtig geprotzt. Höhepunkt ist ein Medaillon mit einem fast faustgroßen Diamant, der fünftgrößte der Welt. Ein reich verzierter Dolch spielt wohl in dem Film "Topkapi" eine wichtige Rolle. Den muss ich mir nochmals ansehen...

Zur Mittagspause kehre ich wieder ins Hostel zurück. In Ruhe kann ich essen und Mittagsruhe halten. Am Nachmittag breche ich auf zur katholischen Kirche Istanbuls auf der anderen Seite der Galata-Brücke. Es geht vorbei am Gewürzmarkt - ebenfalls alten Markthallen, in denen alle Gewürze und Süßigkeiten des Orients in 10 kg - Portionen angeboten werden. Es riecht sehr orientalisch.

Auf dem steilen Pfad hoch zum Galata-Turm führt der Weg vorbei an 20 bis 30 Musikgfachgeschäften. Alle bieten eine große Zahl verschiedener Musikinstrumente - angefangen von Schlagzeug bis zum Klavier - ein Traum für jeden Musiker. Den Rückweg nehme ich über die Party-Meile Istanbuls zum Taksim-Platz. In den Nebengassen der Fußgängerzone drängen sich Discos und andere von Bodyguards bewachte Lokale. Dazwischen sind die Straßen gefüllt mit den Tischen der Restaurants, die ihr extrem preiswertes Essen anbieten. Unschlagbar ist der "Chicken Döner" für 1.50 Ytl - ein halbes 200 g Brot wird gefüllt mit Hühnchenfleisch, Salat und Pommes.

Auf der Dachterrasse des Hostels genieße ich die faszinierenden Eindrücke von Istanbul bei Nacht. Im Süden ziehen die Schiffe ihre Bahn durch den Bosporus, im Norden leuchten die Kuppeln der Moscheen über den Hausdächern, im Osten zeigt das "Four Seasons" Hotel seine fast arabische Architektur.


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