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San Diego 31.8.2003
Liebe Reisefreunde,

schon von zu Hause kommt der letzte Bericht:
Die Weiterfahrt von San Francisco führe ich mit Hilfe der Amtrak durch: 84$ kostet das Ticket, 10$ das Fahrrad. Allerdings muss es in eine Amtrak-Box verpackt werden. Am Freitagmorgen um 7:55 Uhr fährt der Anschlussbus von SF nach Oakland. Dort erreiche ich den täglichen Zug von Seattle nach LA. Er hat fast eine Stunde Verspätung...

Der Zug ist beeindruckend komfortabel: Sitzabstände wie in der ersten Klasse im Flugzeug, einen eigenen Aussichtswagen mit drehbaren Sitzen und verglastem Dach, Speisewagen und, und, und.... Die Strecke führt zuerst durchs Agrartal im Hinterland von San Francisco. In San Jose erreicht der Zug dann doch die Commuter-Trains der Caltrans aus SF - also könnte man auch mit der Bahn von SF den Amtrak-Zug erreichen. Ab San Louis Obispo fährt der Zug dann an vorderster Front am Atlantik entlang, meist im gefährdeten Bereich noch vor der Straße. Eine beeindruckende Folge von Aussichten über die kalifornische Küste macht die Fahrt spannend.

Bis LA ist die Vespätung aufgeholt, jedoch hat der Anschlusszug nach San Diego nun über 50 min Verspätung. Obwohl er gefährlich schnell über die Weichen der Überholgleise an den wartenden Nachtgüterzügen vorbeirauscht, holt er die Verspätung nicht auf. Ich komme erst um 2:00 Uhr in San Diego an. Die Stadt lebt aber noch in Folge der Disco-Jugend, die hier das Wochenende feiert. Nur mit viel Glück komme ich noch an ein Zimmer im Hostel International. Die folgenden 5 Tage in San Diego genieße ich noch zum Abschluss der Fahrt. Ich bin viel mit dem Rad unterwegs (zum Balboa-Park, zum Pazifik-Strand, zur Old Town). Nach Tijuana (Mexico) fahre ich lieber mit der 1984 neu eingerichteten S-Bahn. Sie nutzt in der Stadt die Gleise der ehemaligen Trolley, außerhalb Strecken der Güterbahn. Allerdings sind diese grundsätzlich zweigleisig erweitert und elektrifiziert. Das ganze wurde (bis zum Puffer am Abstellgleis) von Siemens aus Deutschland geliefert...

Mexiko ist wirklich ein anderes Land: Schon am Eingang werde ich von aufdringlichen Händlern empfangen, die ihre Waren anbieten - ein Gefühl von marokkanischem Basar kommt auf. In der Stadt gibt es eine herausgeputzte Einkaufsstraße für die Touristen - in den Seitenstraßen beginnt fast Drittwelt-Status...

Eine besondere Herausforderung ist am letzten Tag der angemessene Verkauf meines Fahrrads. Im zweiten Anlauf gelingt mir das mit einigem Verhandlungsgeschick, das ich tags zuvor in Mexiko gelernt hatte, für 80$.

Der Rückflug mit Delta verläuft problemlos und pünktlich (Zwischenstopp in Cincinatti !). Diesmal fliege ich der Erddrehung entgegen, sodass bei den 12 Flugstunden fast ein ganzer Tag und eine Nacht vergehen. Die Nacht wird entsprechend kurz.
Nach 33 schlaflosen Stunden falle ich am Freitagabend wieder ins heimische Bett.

Grüße

Joachim


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